Die Teilung der früheren Volksschule in Grundschule und Hauptschule erfolgte im Schuljahr 1968/1969. Die Grundschule erhielt 1971/1972 ihr eigenes Schulgebäude, das in den folgenden Jahren mehrfach erweitert wurde. 2007 erfolgte die Einrichtung der Offenen Ganztagesschule.

Die Grundschule ist nach dem heiligen Georg benannt. Er starb als Märtyrer zu Beginn des 4. Jahrhunderts und zählte zu den 14 christlichen Nothelfern. Der heilige Georg ist Schutzpatron der katholischen Pfarrgemeinde Saerbeck.

Zum Namenspatron:
Die Legenden des Heiligen Georg

heilliger GeorgDie Quellenforschung an der Georgslegende deckt zwei Erzählkränze auf, wobei der Drachenkampf später der Legende zugefügt wurde. Inhaltlich haben sie außer dem Mut Georgs nichts gemeinsam. Während Georg in der älteren Legende den Tod als Märtyrer stirbt, ist er der Macht ausübende Held und aktiver Besieger des Bösen in der moderneren Drachenlegende. Beides im Zeichen Gottes, wie es der christlichen Legende entspricht.

 

Georg als Märtyrer

Die älteste Erwähnung Georgs vom Kirchenvater Eusebius († 339) berichtet knapp von seinem Tod als Märtyrer. Hierbei wird sein Todesdatum genannt, der heutige Namenstag des Heiligen. Um den kleinasiatisch-syrischen Raum bildeten sich bald Legenden, die von unterschiedlichen Daten und Ereignissen berichten, jedoch als ihren Kern der Aussage die Grausamkeit der Folter haben und die Überwindung der Qualen Georgs durch seinen Glauben. Konkret protestiert Georg gegen Verfolgung und Diskriminierung von Christen und durchsteht unterschiedliche Foltermethoden, mit denen er dazu überredet werden soll, dem Christentum abzusagen. Georg überlebt – je nach Legende – einige hiervon, bis zum (selbst angekündigten) Ende. Weitere Elemente betreffen in verschiedenen Quellen und späteren Zusätzen beispielsweise das christliche Armutsideal (Georg, dargestellt als edler Ritter, verschenkt sein Land den Armen, bevor er seinen Protest offen macht) und die Zerstörung von Götzenbildern heidnischer Tempel.

Nicht Georg, sondern Erzengel Michael tötet hier den Drachen. Vermutlich die Vorlage zur Drachenlegende bei Georg.

 

Georg als Drachentöter

Als während der Zeit der Kreuzzüge der Erzengel Michael, ein beliebter Schutzpatron, an Popularität verlor, wurde die Eigenschaft des Drachentöters (Off 12,7-9) auf Georg übertragen. Dies geschah mehr als ein halbes Jahrtausend nach der Verbreitung seiner Märtyrer-Legende. Da die Märtyrer-Legende mit dem Tod endet, wurde die Drachen-Legende vorangestellt. Besonders verbreitet hat sich später die Version der legenda aurea, die selbst aus verschiedenen Textversionen zusammen gesammelt wurde. In ihr befinden sich auch Anklänge an weitere Legenden (wie beispielsweise der Drachen-Legende der Heiligen Martha von Bethanien). Die Drachenlegende des Georgs von Kappadokien ist ähnlich verschiedenen Rittermärchen. Der Unterschied liegt hierbei in der Aussage. Georg rettet die jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er diesen tötet. Die Königstochter ist ein Opfer, das der Drache von der Bevölkerung fordert. Das Land ist nach der Tötung befreit und Georg rät zur Taufe. Diese wird im großen Stil veranlasst. In verschiedenen Versionen der Legende an einer unterschiedlich großen Menschenanzahl, die die Wirkung des Wunders verdeutlichen soll. Hubertus Halbfas weist darauf hin, dass Georg nicht die Königstochter heiratet, da die Taufe das inhaltliche Ziel der Legende ist. Der Drachenkampf ist der mutige Kampf gegen das Böse. Im christlichen Zusammenhang lässt sich der Drache zumeist mit dem Teufel gleichsetzen.

 

Weitere Georgslegenden

Neben den beiden Hauptlegendensträngen, die im fortgeschrittenen Mittelalter gemeinsam die Lebensgeschichte Georgs bilden, gibt es weitere um ihn herum. So beispielsweise eine Legende die berichtet, wie ein Drache mit Hilfe einer abgebrochenen Finger-Reliquie Georgs bezwungen wird.

Das Wunder am jungen Paphlagonier (Wandmalereien-Zyklus in der Kirche in Pawnisi, Georgien; 3. Viertel 12. Jh.) wird auf vielen Ikonen durch einen Jungen, der auf dem Pferd mitreitet und ein Gefäß in der Hand hält, illustriert. Das Sujet hat historischen Hintergrund: 917-918 wurde die byzantinische Armee bei Anchialo und Katasirti geschlagen. Die Legende erzählt, dass ein junger Paphlagonier in Gefangenschaft gerät und einem bulgarischen Adligen in Preslav dienen muss. Eines Tages, als er ein Gefäß (Kukumion) mit warmem Wasser ins Obergeschoss bringt, erscheint ein Reiter und bringt ihn augenblicklich nach Hause in Paphlagonien. Dort feiern gerade seine Eltern die Trauerliturgie, da sie ihn für tot halten.

Wichtig für die Ausbreitung des Georgkultes in christlichen Ländern ist die Einnahme Jerusalems durch das internationale Kreuzritterheer. Hierbei erscheint Georg als weißer Ritter und hilft bei der Einnahme der Stadt. Georg als weißer Ritter entstammt eventuell der georgischen Tradition. Durch die Internationalität der Kreuzzüge verbreitet sich dieses spezielle Bild rasch und prägt bald die Darstellungen, zu der dann auch der Drache kommt.